Auf Einladung von Sylvia Tiews, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Lünen, besuchte Daniela Tomczak, neue Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Unna, am 8. April 2026 Lünen zu einem ersten gemeinsamen Austausch.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuelle Situation des Arbeitsmarktes sowie die Ausbildungssituation in Lünen. Dabei wurde deutlich: Die vorhandenen Zahlen und Entwicklungen – Lünen hat eine im Kreisvergleich hohe Arbeitslosenquote von 9,8 Prozent – bieten nicht nur Herausforderungen, sondern auch konkrete Chancen für den lokalen Arbeitsmarkt und die Lüner Unternehmen. Insbesondere wird ein vorhandenes Arbeits- und Fachkräftepotenzial sichtbar, das gezielt angesprochen, qualifiziert und vergleichsweise kurzfristig aktiviert werden kann. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnt dieses Potenzial zusätzlich an Bedeutung. Und auch mit Blick auf zukünftige Entwicklungen – wie beispielsweise die Ansiedlung der Forensik sowie eines möglichen weiteren Unternehmens auf der ehemaligen Steag Fläche – eröffnen sich neue Perspektiven für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration in Lünen.

Neben möglichen Vermittlungsansätzen im Zuge neuer Ansiedlungen stellten Sylvia Tiews und Hatice Müller-Aras, Projektmanagerin im Unternehmensservice, weitere erfolgreiche und geplante Maßnahmen vor. Dazu zählt unter anderem das abgeschlossene Förderprojekt „UFO.Space“, das gezielt Arbeitgeber und Jugendliche zusammengebracht hat. Ein Folgeprojekt ist bereits in Planung.

Darüber hinaus wurden gemeinsame Ideen für zukünftige Kooperationen entwickelt. Im Fokus standen unter anderem:

  • gebündelte Unterstützungsangebote in einem möglichen Jugendagenturhaus,
  • die Durchführung einer Frauenjobmesse,
  • Matching-Formate für Arbeitgeber, um beispielsweise gezielt Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung anzusprechen sowie
  • der Ausbau bewährter Formate wie des „Platzes der Chancen“.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Viele Förderinstrumente für Arbeitgeber bei Einstellung, Ausbildung und Beschäftigung sind bislang noch zu wenig bekannt. Hier sehen die Beteiligten großes Potenzial, die Informationslage zu verbessern und Unternehmen gezielter zu unterstützen.

Auch die Wirkung der zusätzlichen „100 Arbeitsgelegenheiten für den Kreis Unna“ wurde thematisiert und als wichtiger Baustein zur Aktivierung von arbeitsmarktpotenzialen in Lünen bewertet.

Daniela Tomczak betonte, den Austausch fortzuführen und Lünen zeitnah erneut zu besuchen. Einigkeit bestand darin, dass die Herausforderungen am Arbeitsmarkt nur gemeinsam mit den vielen beteiligten Akteuren erfolgreich bewältigt werden können.